Funktionsweise des UDS-AT

Der UDS-AT ist sowohl konzeptionell als auch technologisch "State of the Art", d. h. entwickelt auf Basis des derzeit technisch Möglichen und ausgestattet mit einer hoch komplexen Sensorik. So tritt er die Nachfolge des UDS 2.0 an. Mit seiner dreidimensionalen Messtechnik, den vielfältigen Anschlussmöglichkeiten, wie diskreter Verkabelung oder CAN-Anbindung (CANopen, CiA447 und herstellerspezifisch, Verfügbarkeit nach Rücksprache) und seinen vielen weiteren Funktionalitäten, wurde er in Deutschland entwickelt und hergestellt.

Das Funktionsprinzip des UDS-AT beruht auf der Erfassung von Statussignalen des Fahrzeuges und der Messung von Bewegungsdaten mittels der internen Sensoren, die in der Prozessor- und Speichereinheit verarbeitet werden. Zudem kommt beim UDS-AT eine Echtzeituhr zum Einsatz und ebenso eine elektrische Schutzschaltung, damit die Daten in jedem Fall gesichert werden.

Speicherverhalten

Bewertetes Ereignis

Bewertetes Ereignis

Der UDS-AT speichert vor dem Ereignis 30 Sekunden, danach 15 s. Weiterhin werden noch die nächsten 100 Meter gespeichert.

Manuelles Ereignis

Manuelles Ereignis

Der Speicherzeitraum vor dem Tastendruck ist 30 Sekunden, danach werden wieder die Daten der folgenden 100 Meter aufgenommen.

Stillstandsereignis

Stillstandsereignis

Das Speicherverhalten ist identisch zum manuellen Ereignis. Vor dem Stillstand werden 30 Sekunden gespeichert, dann die folgenden 100 Meter.

Die aufzunehmenden Statussignale sind, abgesehen von Zündung-  und Geschwindigkeitssignal, frei konfigurierbar. Es können insgesamt acht diskrete Statussignale erfasst werden; bei einem Anschluss an CiA447 oder den CAN-Bus der Fahrzeugtechnik ergeben sich sogar noch mehr Möglichkeiten.

Standardsignale:

  • Zündung
  • Geschwindigkeitsimpuls
  • Bremse
  • Abblendlicht
  • Fernlicht
  • Blinker rechts und links
  • und drei weitere Eingänge
    (z. B. Blaulicht, Horn, Rückwärtsgang usw.)

Zur Messung von Beschleunigungswerten wird ein Sensorsystem genutzt, das eine hohe Präzision hat und zudem sehr hohe Beschleunigungen messen kann.

Die Drehung des Fahrzeugs wird mit einem Drei-Achsen-Kombisensor bestimmt, der die Winkelgeschwindigkeiten misst.

Als drittes Sensorelement ist ein Magnetfeldsensor integriert, der zur Bestimmung der absoluten Fahrzeugrichtung dient.

Alle Sensor- und Statusdaten werden in einem Kurzzeitspeicher (Ringspeicher) abgelegt. Anhand eines Bewertungsalgorithmus wird fortlaufend ein Triggerwert ermittelt (µ-Wert). Übersteigt dieser Wert eine Schwelle, z. B. weil eine starke Bremsung gemessen wird, so speichert der UDS-AT automatisch alle Messdaten kurz vor und nach dem Ereignis im Langzeitspeicher ab („einfrieren“ von Messdaten). Weiterhin werden sämtliche Daten und Signale,  die im Zuge einer 100 Meter langen Wegstrecke, die nach dem Ereignis zurückgelegt wurde, dauerhaft abgelegt. Wird ein Fahrzeug nach einem Unfall vom Ort des Geschehens entfernt, so kann mit Hilfe dieser Funktion ein Nachweis hierüber erbracht werden.

Kienzle ARGO UDS-AT

Das UDS-AT System ist zusätzlich mit einem mechanischen Taster ausgestattet, über den in bestimmten Situationen eine manuelle Speicherung von Ereignissen ausgelöst werden kann. Kommt der UDS-AT in Fahrzeugen mit einer CANopen-Schnittstelle (CiA447) zum Einsatz, so ist die Abbildung der Tasterfunktion auch über den CAN-Bus möglich.

Weiterhin kann der UDS-AT Stillstandsereignisse generieren und abspeichern. Damit keine wertvollen Daten verloren gehen, wird bei einem Stillstand des Fahrzeuges von > 2 s eine automatische Speicherung von Daten und Ereignissen vorgenommen.

Im Langzeitspeicher können

  • 10 bewertete Ereignisse
  • 5 manuelle Ereignisse
  • 5 Stillstandsereignisse

abgelegt werden. Die bewerteten Ereignisse werden entsprechend des Triggerwerts priorisiert. Treten weitere bewertete Ereignisse auf, werden jeweils die mit den niedrigsten Triggerwerten verworfen. Manuelle und Stillstandsereignisse werden nach dem "FIFO"-Prinzip überschrieben.

Über USB 2.0 Highspeed kann der UDS-AT mit der UDS-AT-Software schnell und bequem ausgelesen und konfiguriert werden.